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Anzahl Resultate: 4
Titel: Der Himmel hat seine Vögel genommen und ist gegangen
Kollation: Geb., 282 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2020
ISBN: 978-3-7026-5942-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Identität
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.06.2020
Der Himmel hat seine Vögel genommen und ist gegangen
Frida und die Zwillinge Karl und Jim kennen sich seit ihrer Kindheit, sind zusammen aufgewachsen. Doch der diesjährige gemeinsame Urlaub beider Familien in Portugal droht alle bisherige Kontinuität und Stabilität des Trios zu verändern, denn neuartige Gefühle erwachen bei den Jugendlichen, und diese sind nicht immer klar oder beruhen auf Gegenseitigkeit. So hegt Karl zarte Gefühle für Lili. Jim fühlt sich ausgeschlossen und Frida entwickelt Gefühle für Karl, benutzt aber den ruhigen Jim als Ersatz. Alles steht kopf, könnte man sagen.
> Die Wirren der neuen Gefühle sind für die 16-Jährigen schwer einzuordnen, so auch für die Lesenden, obwohl die aus der Ich-Perspektive eines jeden einzelnen Protagonisten erzählte, dialoglastige Geschichte grosse Nähe zu- und an intimen Situationen und Gefühlen der Jugendlichen teilhaben lässt. Dennoch vermag keine der Figuren die Sympathie des Lesepublikums zu erringen. Der umfangreiche Coming-of-Age-Roman bleibt distanziert und ist keine leichte Lektüre. Christina Weirich

Titel: Du denkst, die Welt zerfällt, und brichst selber nur in Stücke
Kollation: Geb., 118 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5922-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Konflikte, Sucht
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.04.2018
Du denkst, die Welt zerfällt, und brichst selber nur in Stücke Eine Novelle für Jugendliche
Leo verliert den Boden unter den Füssen, als seine Eltern sich trennen. Er pendelt nun zwischen Vater und Mutter hin und her. Wenn er sie braucht, sind sie abwesend. Der Fünfzehnjährige schliesst sich zwei Freunden an. Sie hängen herum, betrinken sich und kiffen. Leo will dem entfliehen und fährt allein ans Meer. Er dokumentiert die Reise mit dem Handy. Später gerät er beim Betrachten der Bilder in Panik. Sind die Horrorvideos wirklich seine Aufnahmen? Er kann die Realität nicht mehr von seinen Wahnvorstellungen trennen und benötigt ärztliche Hilfe.
> Leo ist der Icherzähler. In kurzen Sätzen erfahren die Lesenden, wie es sich anfühlt, auf einem Horrortrip zu sein. Wie in einer Endlosschleife tauchen schreckliche Bilder immer wieder auf. Sie machen aggressiv und verleiten den Jungen zu unkontrollierbaren Handlungen. Eine geeignete Lektüre, um mit Jugendlichen über Drogen, Flashbacks und deren Folgen zu diskutieren. Monika Aeschlimann

Titel: Winterauge
Kollation: Geb., 168 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5912-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
Rezension publiziert: 07.05.2017
Winterauge Roman eines Jugendlichen
Arthur ist mit seiner Familie in Oberitalien im Urlaub. So wie jeden Sommer. Er langweilt sich und ist aufsässig. Seine Mutter schreibt einem anderen Mann täglich SMS und sein Vater trinkt. Seine Grosseltern versuchen, die Familie zusammenzuhalten. Aber Arthurs Mutter leidet an einer Herzkrankheit. Auf der Heimfahrt stirbt sie überraschend auf der Rückbank des Autos. Kippt einfach um und bleibt tot liegen. Nach der Beerdigung muss Arthur zurück ins Internat in England. Er fühlt sich seltsam leer, weiss nicht wohin mit sich. Er macht seine Hausaufgaben nicht, legt sich mit den Lehrern und seinen Mitschülern an. Vor Weihnachten fliegt er früher nach Hause und lebt eine Woche auf der Strasse, ohne dass seine Familie davon weiss. „Da erinnere ich mich an meine Mutter. Mit einem Schlag. Ungefiltert. Ungebremst. Frontal. Sie ist nicht hier. Sie kommt nie wieder. Sie ist tot. Mama ist tot. Denke ich. Und bekomme Angst. Halte mir die Hände vors Gesicht. Und kann nur schreien.“ Arthur findet zu keinem seiner Mitmenschen wirklich einen Draht. Auch für mich als Lesende ist dies schwierig, obwohl er der Ich-Erzähler der Geschichte ist. Es bleibt die ganze Zeit eine emotionale Distanz, was vielleicht daran liegt, dass seine Gefühle doch recht holprig beschrieben sind. Allerdings wird die Erzählung durch Tagträume von Arthur unterbrochen – eine willkommene Abwechslung, die etwas mehr Aufschluss über sein Innenleben gibt. Doch leider nimmt der Autor mir als Lesender oftmals das Denken ab: So kommt etwa in Arthurs Tagträumen oft die Eiskönigin vor. Dieses Bild deutet der Protagonist am Ende des Jugendromans gleich selbst: „Weil die Eiskönigin meine Mutter war. An dem Tag in dem Appartement.“ Auch die Motive des impulsiven Arthur, der sich durchs Leben treiben lässt, sind für mich nicht immer klar. So kann ich mich nicht wirklich in ihn hineinversetzen, obwohl ich selbst vor nicht allzu langer Zeit noch eine Jugendliche war.
> Sophie Burkhalter, 20 Jahre

Titel: Ferdi, Lutz und ich auf Klassenfahrt
Reihe: Ferdi, Lutz und ich
Kollation: Geb., s.w. illustr., 92 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5903-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Jungs, Schule
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Ferdi, Lutz und ich auf Klassenfahrt
Null Bock haben Ferdi, Lutz und Hase aufs Klassenlager. Missmutig besteigen sie den Bus, und schon bricht das Chaos aus. Die Begleiter werden zum Narren gehalten und ein Stopp muss eingelegt werden. Später wird darüber gestritten, welche Betten belegt werden dürfen, und auch übers Essen wird geschimpft. Dann verirrt sich der Lehrer noch im Wald und Oma Inge, welche als Begleiterin dabei ist, fällt in einen Ameisenhaufen. Die drei Jungen freuen sich riesig, als es wieder heimwärts in ihre Hochhaus-Siedlung geht. Sie fragen sich, wie sie das alles nur ausgehalten haben.
> Im Slang der Kinder werden die Abenteuer unkonventionell und frech geschildert. Sofort fühlen sich die Lesenden von motzenden Schulkindern umgeben. Die Kapitel sind kurz, die Sprache setzt jedoch ein gutes Lesevermögen voraus. Die schwarzweissen Illustrationen zeigen, wie sich Jungs in den abenteuerlichen Situationen verhalten. Gespannt darf man sein, wie es im 3. Band weitergeht. Monika Aeschlimann