Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 4
Titel: Tell – mein Vater
Kollation: Broschur, farb. illustr., 79 S.
Verlag, Jahr: SJW, 2018
ISBN: 978-3-7269-0129-5
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Familie, Historisches
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.02.2019
Tell – mein Vater
Der sonst schreibgewandte Tim (11) gibt statt eines Aufsatzes über seine Familie ein leeres Blatt ab. Auf die Anregung seiner Lehrerin, er hätte ja über seinen Vater schreiben können, sagt er, dieser sei tot. Wenn er ihn sich vorstelle, denke er an den kernigen Mann auf dem Fünfliber. Darauf erhält er den Auftrag, nach den Ferien eine Arbeit über diesen imaginären Mann abzugeben – Wilhelm Tell. Mit Hilfe eines Lexikons und der älteren zwei Schwestern stellt er sich die Taten des Nationalhelden vor. Zu dritt besuchen sie auch die Orte des Geschehens: Bürglen, Altdorf, Tellsplatte, Hohle Gasse.
> Die Ereignisse werden in Begegnung mit Beteiligten von damals gemäss der Überlieferung eindrücklich und anschaulich geschildert. Im Laufe der Erzählung wird immer wieder betont, dass die Tellsage mit historischen Tatsachen nichts zu tun habe, ja gar ein Import aus Dänemark sei. Mit aussagekräftigen Nachworten zur Auseinandersetzung mit dem Nationalhelden Tell von Beatrice von Matt und Georg Kreis. Siegfried Hold

Titel: Sankt Gotthard und der Schmied von Göschenen
Kollation: Broschur, farb. illustr., 127 S.
Verlag, Jahr: SJW, 2011
ISBN: 978-3-7269-0597-2
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Historisches
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Sankt Gotthard und der Schmied von Göschenen
Das Jugendbuch „Der Schmied von Göschenen“ von Robert Schedler (erstmals erschienen 1919) bildet die Grundlage zur vorliegenden historischen Auslegung darin enthaltener Aussagen. Thema ist die Erschliessung des Gotthardpasses und seine Bedeutung für Mitteleuropa. Was Schedler eher sagen- und legendenhaft erzählt, untermauert Meier mit historischen Fakten, die auf umfangreichen Recherchen beruhen. Er füllt den wichtigen Zeitabschnitt im Vorfeld der werdenden Eidgenossenschaft mit Namen und weiss die Zusammenhänge der Geschehnisse aufzuzeigen. Um dem Buch folgen zu können, ist die Kenntnis des „Schmieds von Göschenen“ hilfreich, auch wenn die Story doch etwas antiquiert wirkt; mit Meiers Texten wird sie in ein neues Licht gerückt. Illustrationen, Namenregister, Zeittafel, Glossar und Literaturverzeichnis ergänzen das Buch. Für Lehrpersonen und historisch Interessierte geeignet. Ulrich Zwahlen

Titel: Lelech und Nardu
Kollation: Broschur, farb. illustr., 131 S.
Verlag, Jahr: SJW, 2013
ISBN: 978-3-7269-0646-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Historisches
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.08.2014
Lelech und Nardu Pfahlbauer am Zugersee
Während draussen der Wind eisig bläst, sitzt man im Hause Temach am Feuer und isst Brei aus dem Topf. Wie es im Jägerhaus war, fragt Lelech leise. Das dürfe er nicht erzählen, dies bliebe unter Männern, flüstert Nardu zurück. Dafür beginnt Temach zu berichten. Von den Vorbereitungen für die Jagd, damals, als er loszog, seinen ersten Hirsch zu erlegen. Wie er seine Gruppe verlor und sich ängstigte, als er ein Knacken und Schnauben hörte und plötzlich eine Bärin mit ihren Jungen langsam auf ihn zukam... Alle hören gebannt zu.
> Ebenso gebannt liest man die Geschichte, welche die Archäologin und Kunsthistorikerin Anita Siegfried webt. Feinfühlig und präzis, dicht und sinnlich schildert sie das Leben und Sterben jener Menschen, die sich vor über fünftausend Jahren am Ufer des Zugersees angesiedelt und der Kraft der Natur getrotzt haben. Lelech und Nardu, gab es sie wirklich? Ja, könnte man meinen, denn näher kann man mit Urahnen nicht auf Tuchfühlung gehen. Eine herausragende Spurensuche. Marcella Danelli

Titel: Meretlein
Kollation: Broschur, s.w. illustr., 35 S.
Verlag, Jahr: SJW, 2012
ISBN: 978-3-7269-0617-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Klassiker
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.10.2012
Meretlein
Man schreibt das Jahr 1713. Die fröhliche und eigenwillige Emerentia, genannt Meret, lebt bei ihrer wohlhabenden Familie. Sie freut sich am Leben und an der Natur. Doch als sie sich weigert zu beten, wird sie dem Pfarrer anvertraut – auf dass er sie zum rechten Glauben führe.
> Bereits das Cover, ein Mädchenporträt mit dahinter liegendem Totenschädel, lässt auf eine tragische Geschichte schliessen. Anhand von Tagebucheinträgen des Pfarrers wird man Zeuge der Zerstörung von jungem, blühendem Leben durch eine christliche Erziehung, die auf "der richtigen Strafe" beruht. Dass sich der Pfarrer dabei keineswegs schuldig fühlt, löst Irritation und Empörung aus und wirft eine Menge Fragen auf. Passende schwarzweisse Holzschnitte belegen die damalige Weltanaschauung. Der inhaltlich anspruchsvolle Text ist für Jugendliche bearbeitet und daher gut verständlich. Er eignet sich auch für den Unterricht. Nur die Altersangabe des Verlags, "ab 10 Jahren", ist wohl etwas tief gegriffen. Katharina Siegenthaler