Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 4
Titel: Freibad
Kollation: Geb., 155 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2019
ISBN: 978-3-7795-0608-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Sommer
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.06.2019
Freibad Ein ganzer Sommer unter dem Himmel
Die drei Bukowski-Kinder Alf, Katinka und Robbie erhalten Freikarten fürs Freibad. Von Mai bis September verbringen sie nun jeden Tag dort, verfolgen ihre Ziele (tausend Meter Kraul, Sprung vom Zehnmeter-Sprungturm, schwimmen lernen) und lernen neue Leute kennen. Ein Projekt steht noch an: Heimlich im Freibad eine Nacht verbringen.
> "Freibad" ist das 150-seitige Stimmungsbild eines Sommers. Unter den neuen Bekanntschaften der Bukowskis befinden sich drei Jugendliche aus Mali, ein Obdachloser und Robert, der Junge mit Rollstuhl. Will Gmehling streift damit bewegende Themen, ohne vertieft auf sie einzugehen. Genauso wenig wie Alf, der Ich-Erzähler, sich um Herkunft, Beruf oder Behinderung kümmert, stellt auch der Autor derlei Merkmale nicht in den Vordergrund. Gmehlings Sinn für Details im Alltäglichen und seine unaufgeregte Erzählweise berühren. Vorurteilsfrei, sympathisch, bescheiden – ein Feelgood-Buch für heisse Tage im ... Freibad! Sehr zu empfehlen. Sandra Dettwyler

Titel: Gott, der Hund und ich
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0557-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Gott, Philosophisches
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 10.10.2016
Gott, der Hund und ich
Der Junge sitzt auf einer rostigen Schaukel. Es regnet. Da kommt Gott in seiner alten Jacke. Er ist barfuss in Flip-Flops und trägt eine komische Fellmütze auf dem Kopf. Der Junge erkennt ihn sofort. Gott nimmt ihn mit auf einen Spaziergang – und plötzlich sieht die Welt anders aus. Sie besuchen die Mama, welche im Supermarkt an der Kasse arbeitet, und den arbeitslosen Papa, der seine Zeit auf dem Fussballplatz verbringt. Gott kümmert sich auch um einen herrenlosen Hund. Als er mit dem Hund durch die Büsche verschwindet, sehen die beiden aus «wie alle, die immer unterwegs sind».
> «Gott» erscheint als ausgeflippter Mann mit Halstuch. Er braucht kein Geld für die Strassenbahn. Sogar die beiden Magnum für sich und den Jungen bekommt er geschenkt. Es fällt auf, dass «Gott» die Leute akzeptiert, wie sie sind. Das verändert Menschen und Tiere. Protagonist ist der Junge, der in der Ich-Form erzählt. Auf der Erwachsenenebene ist die Geschichte für Menschen mit theologischen Kenntnissen interessant, um über Gott zu philosophieren. Für kleinere Kinder ist dieser Zugang problematisch, da sie noch nicht auf die Metaebene wechseln können. „Gott“ kommt sehr unvermittelt und klassisch als Mann. Als Bekannter und doch als Fremder spricht er den Jungen an und zieht mit ihm herum. Dieses metaphorische Bild wird im Buch nicht erklärt. Eine ähnliche Szene passiert im Supermarkt. «Gott» legt Mama die Hände auf den Kopf und Mamas Haare beginnen in tausend Farben zu leuchten. Ein schönes Symbol, das aber in der Realität schief wirkt. Was, wenn ein fremder Mann einer Frau einfach über die Haare streicht? „Gott“ ist dargestellt als jemand, der zu allen gut ist. Tröstlich – aber auch einseitig. Fazit: Ein Buch, das herausfordert. Katharina Wagner

Titel: Einen Luchs am Hals haben
Kollation: -
Verlag, Jahr: Nilpferd in Residenz, 2008
ISBN: 978-3-7017-2035-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Einen Luchs am Hals haben
Wieso hat Herr Egon bloss diesen kleinen jungen Luchs aus dem Wald mit nach Hause genommen? Weil er einsam ist und sich nach jemandem sehnt? Dabei bringt ihm „Miri“ nur Probleme, sie kratzt und beisst und will immer Futter. Schon bald hat er den elfjährigen Carlo aus der Nachbarswohnung auch noch am Hals, der sich sehr für das verbotene „Haustier“ interessiert. Und plötzlich ist sein Leben total aus den Fugen geraten! – In dieser Geschichte, in der es ausser um einen jungen Luchs auch um eine alleinerziehende Mutter, einen tollen Jungen und einen einsamen, unglücklichen Nachbarn geht, zeichnet der Autor mit prägnanter, manchmal sinnlicher Sprache ein ungewohntes und interessantes Männerbild. Er verleiht dem erwachsenen Protagonisten kindliche, ja sogar hilflose Züge und schafft damit eine Basis für Identifikation und Verständnis. Und er zeigt, dass Erwachsene dasselbe Bedürfnis nach Liebe haben wie Kinder – und dass man sie nicht erzwingen kann. Eine Geschichte zum Liebhaben! Claudia Hubacher

Titel: Kleopatra
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0529-7
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.09.2015
Kleopatra
Die Tüpfelhyäne Kleopatra lebt einsam am Rande der Welt, gleich neben der Müllhalde. Sie betreibt dort einen Laden mit einem Sammelsurium an gebrauchten, unnützen Dingen, die eh niemand kaufen will. Nur Ed, der kleine Junge aus der Wohnwagensiedlung, kommt ab und zu vorbei und leistet ihr Gesellschaft. Dann erzählt sie ihrem neuen Freund von ihrem Traum von einem wilden, heissen Land, welches sie, da im Zoo aufgewachsen, noch gar nicht kennt. Als Ed ihr eines Tages auf einer Landkarte den Weg nach Afrika zeigt, überlässt sie ihm den Laden und macht sich auf den weiten Weg ins Land ihrer Träume.
> Hyänen gehören ja nicht gerade zu unseren Lieblingstieren, doch dem Illustrator Tobias Krejtschi gelingt es, dass uns Kleopatra schon beim Betrachten ihrer witzigen, grinsenden Posen auf dem Vorsatzblatt geradezu ans Herz wächst. Dennoch wird nichts beschönigt, ja nicht mal bewertet in dieser Geschichte über Freundschaft und Sehnsüchte der zwei am Rande der Gesellschaft lebenden Protagonisten. Ruth Fahm