Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 10
Titel: Linie 912
Kollation: Geb., s.w. illustr., 107 S.
Verlag, Jahr: Klett, 2019
ISBN: 978-3-95470-201-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Freundschaft
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.04.2019
Linie 912
An diesem Morgen hat Leon eine Schüssel Muffins dabei. Nuno sitzt schon im Bus, ganz hinten. An der Kirche steigt Tami zu, eine Station weiter Uland mit seiner Mama und der kleinen Schwester. Nach einer Vollbremsung des Chauffeurs fliegen die Muffins durch den Bus und jeder Fahrgast nascht heimlich ein Stückchen.
> Zwischen 7.30 Uhr und 8.00 verkehrt der Bus der Linie 912 zwischen Post- und Simonstrasse. Von dieser halben Stunde erzählt Thilo Reffert in jedem Kapitel aufs Neue von vorn, immer aus der Perspektive einer anderen Person. Eine originelle Komposition! Wie unterschiedlich dasselbe Ereignis erlebt werden kann, zeigt der Autor geschickt auf und lädt dazu ein, über verschiedene Sichtweisen und Lebensentwürfe nachzudenken. Kinder erhalten Einblick in die Gedanken und Gefühle Erwachsener, was im Falle von Ansgar und seinem Dämon schwierig nachzuvollziehen ist. Ausserdem ist Maja Bohns Illustration dazu furchteinflössend. Insgesamt aber gelungen und auf seine Art herausragend. Sandra Dettwyler

Titel: Als wir einmal Waisenkinder waren
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 58 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2018
ISBN: 978-3-86429-345-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Angst, Geschwister
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.03.2018
Als wir einmal Waisenkinder waren
Die Schwestern Liv, Carlotta und Stine verbringen die Sommerferien wie jedes Jahr auf dem Land. Als ihre Eltern zu einer Wanderung ins Teufelsmoor aufbrechen, haben die drei keine Lust, sie zu begleiten. Anfangs unterhalten sich die Mädchen in der Ferienwohnung und auf dem nahen Bauernhof bestens. Doch bald befürchten die zwei jüngeren, den Eltern könnte im Teufelsmoor etwas zugestossen sein. Auch Stine, die älteste, lässt sich von dieser Angst anstecken. Was wird aus ihnen, wenn sie als Waisenkinder weiterleben müssen?
> Aus Sicht der kleinen Liv wird die beängstigende Vorstellung, ohne Eltern aufwachsen zu müssen, anschaulich geschildert. Die rasch wachsende Verzweiflung der Kinder wirkt glaubhaft, ihre gemeinsamen Überlebenspläne sind rührend. Gross ist die Erleichterung – auch bei den Lesenden –, als die Eltern unversehrt auftauchen. Ein empfehlenswerter, witzig illustrierter "kleiner Roman", der die vom Verlag angegebene Altersgruppe (ab 7 J.) sprachlich allerdings etwas überfordern könnte. Doris Lanz

Titel: Mein Bruder, die Neuen und ich
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 113 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5903-2
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Mein Bruder, die Neuen und ich
Weil es Toon und Jan so gut geht und sie alles haben, müssen sie etwas abgeben von diesem Wohlstand. Und zwar an Pflegekinder. Ihre Eltern nehmen immer wieder Kinder in Notsituationen auf; mal für einige Tage, mal für Wochen. Das ist nicht ganz einfach für die Brüder. Wegen des Mädchens Gerri ist Jan auf den jüngeren Toon eifersüchtig. Den älteren, traurigen Jirre kann Jan nicht leiden, doch Toon findet ihn toll, weil sie zusammen Legowelten aufbauen. Dann kommt die kleine, stille Abigaël, die Leute so anstarren kann, dass sie völlig verlegen werden. Ihr schenkt Toon am Schluss sein Kuscheltier. Nach Milo, der pausenlos redet, wollen Toon und Jan erst mal keine fremden Kinder mehr.
> Toon erzählt aus Kinder-Perspektive von seinem Familienalltag, in flüssiger, unterhaltender Sprache. Die Lesenden erfahren nichts über die Vorgeschichte der Pflegekinder, doch deren Verhalten deutet auf Probleme hin und berührt. Nachdenklich stimmender Inhalt in lockerem Sprachkleid. Karin Schmid

Titel: Alice im Mongolenland
Kollation: Geb., s-w. illustr., 223 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2009
ISBN: 978-3-52218-156-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Behinderung
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2016
Alice im Mongolenland
Alice ist anders. Sie hat das Down-Syndrom. Ihre Zwillingsschwester hat es satt, immer darauf angesprochen zu werden. Darum erklärt sie eines Tages in der Schule: „meine Schwester ist adoptiert und kommt aus der Mongolei.“ Eine Reise führt dann die Familie in diese Region. Da geht Alice auf einer Wanderung verloren. Sie wird von einer Nomadenfamilie aufgefunden. Das ist ein Glücksfall für die Familie. So bekommen sie Einblick in eine Kultur, die den normalen Touristen verschlossen bleibt.
> Geschickt in die Geschichte eingefügt ist das Verhalten von Menschen mit Trisomie. Dabei wird die Problematik der gesunden Schwester nicht ausser auch gelassen. Nebenbei erfährt der Leser etliches über das Leben und die Bräuche der Bewohner der Mongolei. Der Text ist gut lesbar, die Sprache präzise und gepflegt. Das Buch eignet sich zum Vorlesen. Viele Themen regen auf humorvolle Weise zu Diskussionen an. Monika Aeschlimann

Titel: Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte
Kollation: -
Verlag, Jahr: Hinstorff, 2007
ISBN: 978-3-356-01225-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.07.2016
Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte
Der Mann hätte gerne selbst ein Kind. Er wartet und wartet, bekommt aber keins. Auf seine Frage, woher sie ihr Kind habe, antwortet eine Frau: „Von meinem Mann.“ Ein Mann hingegen antwortet: „Von meiner Frau.“ Einige sagen: „Vom Klapperstorch.“ Um den Klapperstorch zu sich zu locken, legt der Mann Zuckerstücke auf den Fenstersims. Eines Tages begegnet er seiner Nachbarin, welche ihn küsst und in ihre Wohnung schleppt. Der Mann und die Frau gehen zusammen ins Bett und nach einer wiederum langen Wartezeit schenkt ihm die Frau ein Kind. Dem Mann ist die Sache unbegreiflich, doch er freut sich sehr. – Gerade so viel Text wie nötig, aber vielsagende Bilder. Der dünne lange Mann ohne Name sitzt traurig in seinem schattigen Zimmer. Die dicke Frau lacht und bringt Licht und Fröhlichkeit in sein Leben. Die Geschichte enthält nur eine Prise Aufklärung (Mann und Frau und Bett), dafür umso mehr Schalk und Rührseligkeit. Als Geschenk für werdende Eltern geeignet. Sandra Dettwyler

Titel: Thabo – Detektiv und Gentleman – Der Nashorn-Fall
Reihe: Thabo - Detektiv und Gentleman 1
Kollation: Geb., s.w. illustr., 304 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2016
ISBN: 978-3-7891-2033-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krimi, Länder: Afrika
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.04.2016
Thabo – Detektiv und Gentleman – Der Nashorn-Fall
Thabo Sonnyboy Shongwe will Gentleman und Privatdetektiv werden. Er wohnt in einem afrikanischen Safaripark und entdeckt eines Tages mit einer Touristengruppe ein totes Nashorn, dem das Horn abgeschnitten wurde. Nun fangen der Waisenjunge und seine Freunde an zu ermitteln. Am verdächtigsten erscheint ihnen der unfreundliche Chinese Mr. Wu. Die Freunde müssen viele Gefahren bestehen, um den Nashorn-Fall zu lösen.
> Kirsten Boie kennt Südafrika aus eigener Erfahrung und hat bereits früher über afrikanische Waisenkinder geschrieben. Diesmal verpackt sie die Themen Armut und Wilderei in einen spannenden Kriminalfall mit viel Witz. Die authentischen, aber komplizierten afrikanischen Namen sind allerdings gewöhnungsbedürftig – und auch, dass Thabo seine Leser ständig mit "meine Damen und Herren" anspricht. Ausserdem ist fraglich, ob Kinder mit dem Bezug zu Miss Marple etwas anfangen können. Doch wer ganz in die afrikanische Welt abtauchen will, ist hier richtig. Die Reihe wird fortgesetzt. Sandra Laufer

Titel: Nie wieder Weihnachten?
Kollation: Geb., s.w. illustr., 172 S.
Verlag, Jahr: arsEdition, 2015
ISBN: 978-3-8458-0596-2
Kategorie:
Schlagwort: Fantasy, Weihnachten
Alter: ab 10
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 09.11.2015
Nie wieder Weihnachten?
Samantha, genannt Sam, gerät zusammen mit Wanja in ein turbulentes Abenteuer, von dem die Weihnachtsgestalten der ganzen Welt nichts ahnen. An der „ersten ausserordentlichen Sitzung des Grossen Rates der Weihnachtsmächte“ wird der Antrag auf „sofortige Abschaffung des Weihnachtfests“ gestellt. Noch sind nicht alle anwesend: Wo bleibt das Christkind und warum ist die Grossmutter von Wanja, die Wächterin der Weihnachtswelt, plötzlich verschwunden? Sam und Wanja suchen nach Antworten und finden Ungeheuerliches.
> Eine Fantasy-Weihnachtsgeschichte mit vor allem im europäischen Raum bekannten Weihnachtswesen und -gestalten. Um Weihnachten zu retten, müssen die beiden Elfjährigen einen geldgierigen Bösewicht, der sich in der Weihnachtswelt ungeniert bewegt, stoppen. Im Anhang finden sich, neben eingestreuten Bildern, auch spezielle Rezepte für die Weihnachtszeit wie Lussekatter oder Bratäpfel. Konstruierte Weihnachtsaction bei starkem Schneefall. Katharina Siegenthaler

Titel: Hunde muss man gar nicht mögen
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 103 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2014
ISBN: 978-3-8369-5733-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.11.2014
Hunde muss man gar nicht mögen
Nene und Coppe verbringen ihre Freizeit oft zusammen auf dem Apfelbaum, sie sind nachbarlich befreundet. Nun planen sie ein Baumhaus, doch beim nächtlichen Herschleppen von Material verunglückt Coppe schwer. Nach dem Spitalaufenthalt erhält er einen Hund. Nene fällt in ein Wechselbad der Gefühle: Angst, Eifersucht und Ungeduld. Als beim ersehnten ersten Streifzug der Kinder der Hund in die Fluten gerät, wird es noch einmal dramatisch.
> Ein langsamer Heilungsprozess muss akzeptiert werden. Wie beide Familien damit umgehen, wie das Verhältnis der Beteiligten untereinander und der praktische Alltag beschrieben wird, ist ein Glanzstück. Da geht es humorvoll, aber auch verständig und ernst zu und her. Der Text ist gut (vor-)lesbar, mit viel direkter Rede und etlichen eingestreuten Schwarzweissillustrationen. Eveline Schindler

Titel: Violetta Winzig
Kollation: A. d. Engl., geb., s.w. illustr., 174 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2014
ISBN: 978-3-401-06905-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Lustiges, Grosseltern
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 04.08.2014
Violetta Winzig Ein fischstäbchengrosses Abenteuer
Endlich geht Violettas sehnlichster Wunsch in Erfüllung: Sie ist ein Meter vierzig gross und damit gross genug, um im Vergnügungspark mit dem "Silberblitz" zu fahren. Doch es kommt ganz anders: Kurz vor dem aufregenden Einstieg in die Achterbahn schrumpft Violetta auf die Grösse eines Fischstäbchens. Der Alltag als Winzling ist von nun an ziemlich anstrengend, dieses Format birgt aber auch Vorzüge. Vor allem dann, wenn Violetta klein genug ist, um als Minidetektivin einem Schmuckdieb im Altersheim ihrer Oma auf die Schliche zu kommen.
> Das Phänomen des Schrumpfens fasziniert und gibt eine neue Sicht auf die Welt frei. Verbunden damit sind Situationskomik und Überraschungsmomente, welche die Leserschaft bestens unterhalten. Die unterschiedlichen Typografien, insbesondere die winzige eingestreute Schrift, die Violettas Körpermass treffend betont, lockern den Text auf und sorgen zusätzlich für anregendes Lesevergnügen. Eine schöne Annäherung an die Generation von Oma und Opa. Marcella Danelli

Titel: Gefährliche Kaninchen - Lakritze zum Frühstück
Reihe: Gefährliche Kaninchen 2
Kollation: Geb., s.w. illustr., 148 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2013
ISBN: 978-3-401-06883-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Freundschaft
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.05.2013
Gefährliche Kaninchen - Lakritze zum Frühstück
In Dänemark gibt es nur merkwürdig belegte Brote und Lakritze. Und Trolle. Trolle sind riesig, behaart, faul und stehlen Menschenkinder. Dieses Wesen, das sich dort unten am See bewegt, ist doch genau so einer! Für Max und Leonie beginnt eine aufregende Verfolgungsjagd. Vor allem dürfen sie den Troll nicht mehr aus den Augen lassen, weil er sich mehr und mehr für Max’ Mutter zu interessieren beginnt, obwohl er doch bereits eine Frau hat!
> Eine mitreissende Geschichte zweier Familien mit vielen Irrungen und Wirrungen und stimmungsvoll charakterisierten Figuren. Wie Max gegen die Trennung seiner Eltern ankämpft, berührt und betrübt. Doch es steckt gleichzeitig auch viel Heiterkeit in den Zeilen, die zu trösten vermag und die Chancen eines Neubeginns aufzeigt. Die Sprache ist mit ihren kurzen und trotzdem aussagestarken Sätzen hervorragend auf die Zielgruppe abgestimmt. Sogar die wiederkehrenden Beschreibungen des endlosen Regens lassen erschauern. Echt gut! Marcella Danelli